Judo

Horne und Garbowski mit Turniererfolgen

Horne holt Bronze 

"Jonny hat halt einen Kampf verloren, und da Ady Gyurik aus der Slowakei und Tibor Hidasi aus Ungarn das nicht getan haben, wird man eben Dritter. Gleichwohl darf Horne auch mal einen Kampf verlieren. So lange er nach wie vor auf dem Podest steht, ist das auch kein Problem", kommentierte der Kumite-Bundestrainer Thomas Nitschmann das Geschehen bei den Schwergewichten.

In Wels ging es für Horne und seine Mannschaftskolleginnen und -kollegen beim Kräftemessen mit europäischen Spitzenathleten vor allem um Kampfpraxis nach lange fehlender Wettkampfpraxis. Der Bundestrainer nutzte das Turnier, um die Gegnerschaft etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, um seine Athletinnen und Athleten für die kommenden Veranstaltungen noch besser einstellen zu können. Das Nationalteam um Jonathan Horne belegte in Wels Platz eins der Nationenwertung.

Grabowski belegt erfolgreich beim Grand-Slam Turnier 
TEL AVIV. Judoka Jasmin Grabowski vom JC Zweibrücken hat am Wochenende beim Grand-Slam-Turnier in Tel Aviv/Israel den fünften Platz belegt. In der Gewichtsklasse über 78 Kilogramm verlor Grabowski das kleine Finale gegen die Weißrussin Maryna Slutskaya. Ihr Zweibrücker Heimtrainer Stephan Hahn war mit der Leistung aber nicht unzufrieden. Vor allem, weil die Trainingsbedingungen in Deutschland derzeit nicht optimal seien. "Jasmin fehlen in Deutschland einfach Kämpferinnen in ihrer Gewichtsklasse - und Training gegen internationale Gegner auswärts oder zu Hause ist ja wegen Corona derzeit nicht möglich", erklärt Hahn.
Die 29-jährige Sportsoldatin, die in Köln lebt und trainiert, sei zudem in der Olympia-Rangliste weit vorn. "Sie ist, glaube ich, durch mit der Qualifikation", sagt Hahn mit Blick auf die verschobenen, diesmal ab dem 23. Juli geplanten Spiele in Tokio. Insofern seien Turniere wie das jetzt in Tel Aviv vor allem gewinnbringend, "weil der Körper unter Reise-, Corona- und Wettkampfbedingungen ausbelastet wird". "Und das ist ein guter Test für Olympia, wenn es denn stattfindet", sagt er.
Grabowski ging in Tel Aviv in vier Kämpfen fast jedes Mal über die volle Distanz von vier Minuten. In Runde eins siegte sie dabei gegen die Türkin Kubranur Esir, in Runde zwei unterlag sie der aus Brasilien stammenden EM-Dritten, der Portugiesin Rochele Nunes. In der Trostrunde setzte sich Grabowski dann gegen die Israelin Raz Hershko durch, bevor sie sich im Kampf um Platz drei der zweimaligen Europameisterin Maryna Slutskaya geschlagen geben musste.
Wie der weitere Zeitplan für Jasmin Grabowski aussieht, weiß Hahn indes noch nicht. "Wir konnten noch nicht miteinander sprechen, werden uns aber diese Woche noch abstimmen", verdeutlicht er. Sicher ist: Grabowski steht wieder im Bundesliga-Kader des JSV Speyer, ihrer Heimatstadt. Dessen Saisonstart ist für Mitte April angedacht. Ob dieser Termin aber zu halten ist, steht corona-bedingt in den Sternen. |sai
 

Judo: Es kommt immer mehr Leben ins Dojo

Judo Leben im Dojo

Judo: Judo und Abstand? - Geht nicht!

Judo Bericht

Judo und Abstand? Geht nicht!

Judo: Abgesehen von ein paar wenigen Ausnahmen dürfen Kampfsportler nicht ins Dojo – HHG-Trainer Scherbaum sieht neben der Technik auch die Kraft schwinden

Kaum ein Sport wird durch Corona so massiv ausgebremst wie Judo. Wenn Abstand verlangt wird und Anfassen verboten ist, dann geht beim Judo weniger als nix. „Ziemlich schrecklich“, umschreibt Uli Scherbaum, Lehrertrainer an der Sporteliteschule, dem Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) in Kaiserslautern, die noch immer anhaltende Lage im Judobereich.Judo, bekanntlich der sanfte Weg zum Sieg, hat seit Wochen schlechte Karten. Judotraining, das bedeutet zwei Judokas fassen sich an, hieven sich gerne mal gegenseitig auf die Hüften, kämpfen dicht an dicht am Boden. Corona hat was dagegen und fordert von allen und jedem Abstand. Abstand und Judo, das funktioniert nun mal nicht. Also gibt es seit Wochen kein Judotraining, nicht in den Vereinen, nicht an den Stützpunkten und natürlich auch nicht im Dojo am HHG. Auch die dortigen Krafträume sind seit Wochen gesperrt. „Klar, wir schreiben Trainingspläne für zuhause, es gibt Links und gute anschauliche Videos, wie sich daheim bewegt werden kann“, verweist Judotrainer Uli Scherbaum darauf, dass jeder Einzelne nun an sich arbeiten muss. Nur, und da lässt Scherbaum, der am HHG nicht nur Judo trainiert, sondern auch Biologielehrer ist, keinen Zweifel, „wenn Judotraining wieder möglich sein wird, dann fangen wir zwar nicht ganz bei null an, aber wenn es gut gelaufen ist, ist noch 50 Prozent der Leistungsfähigkeit da!“ Und damit meint der Trainer nicht nur den Stand der Judotechnik, für den zwingend der Partner, dicht an dicht, gebraucht wird. Vor allem bei den jüngeren Judokas, so die Befürchtung Scherbaums, werden auch die Kondition, die Kraft und die Koordination ziemlich verlustig sein. Einen Vorwurf will er da aber gar nicht machen. Scherbaum hat Verständnis für die Sportschüler, die über Wochen täglich stundenlang daheim mit Schularbeiten kämpfen mussten, meist alleine auf sich gestellt und ohne nach einheitlichen Regeln greifen zu können, um dem Wust der unterschiedlichen Fächer Herr oder Frau werden zu können. Der als Angebot gedachte Trainingsplan sei da bei einigen nicht gut angekommen. „Stephan Hahn und ich haben immer mal wieder rumtelefoniert, wollten wissen, wie es den Schülern geht“, berichtet Scherbaum davon, dass er gemeinsam mit seinem HHG-Trainerkollegen vielfach den Frust der nach Hause verbannten Judokas heraushören konnte. Die ersten Schüler sind mittlerweile am HHG zurück, in den Klassensälen, nicht im Dojo (wir berichteten). „Wen ich auch gefragt habe, alle sind froh, dass die Schule weitergeht“, so Scherbaum, der inständig auf die inzwischen angekündigten Lockerungen im Sportbereich hofft und darauf, dass die bald auch für Judo gelten. Einige wenige Ausnahmen gibt es schon eine Weile. So dürfen etwa Jasmin Grabowski, am HHG als Jasmin Külbs in die Weltspitze vorgedrungen und in der Vorbereitung auf Olympia, genau wie der ehemalige HHGler Alexander Wieczerzak am Olympiastützpunkt in Köln unter strengen Auflagen trainieren. Immer nur mit dem gleichen Partner und pro Tag eine Stunde und natürlich während dieser Zeit ganz alleine im großen Kölner Dojo. Nicht viel Judo für die Olympionikin und den ehemaligen Weltmeister. Aber immerhin wird beiden ein minimales Gefühl von Judo erlaubt. Simon Schnell, ein weiterer ehemaliger HHG-Judoka, heute Athletiktrainer beim Deutschen Judobund, zeichnet für einige Trainingsvideos, zu sehen unter https://www.judobund.de/corona-news/judotraining-deluxe/, verantwortlich. „Schon gut, was Simon da macht“, so Uli Scherbaum. Aber auch das ist halt nur ein Teil des Ganzen, wenn es um Judo geht.

Judo: Großeinlauf der HHG-Judokas bei der DM

Judo Vorbericht DM

Pressetext der Rheinpfalz (Ausgabe 22.1.2020) mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und von Doris Theato

HHG-Judokas mit Großauflauf bei der DM

Judo. Am 25. und 26. Januar ermitteln die besten Judoka Deutschlands die Deutschen Meister 2020. Das Heinrich-Heine-Sportgymnasium Kaiserslautern (HHG) ist mit zwei Schülern und zahlreichen ehemaligen HHGlern auf der Tatami, die in der SCHARRena Stuttgart ausgelegt sein wird. 

Die Deutsche Judo Einzelmeisterschaft ist die größte und prestigeträchtigste Judoveranstaltung in Deutschland und bietet den Sportlern einen idealen Einstieg in ein spannendes Olympiajahr 2020. Zwar sind die Startplätze für Tokio weitgehend gebucht, dennoch werden in Stuttgart unter den etwa 400 Judokas viele deutsche Top-Stars sein und für hochklassigen Sport und spannende Kämpfe sorgen. 

Ein regelrechtes Klassen- und Schülertreffen wird sich in Stuttgart für die HHGler abspielen. Mit dem 19 jährigen Roman Tasca (TV Rodenbach) und dem ebenfalls 19 jährigen Cedric Adolph (JV Homburg-Erbach) schickt die Lautrer Sporteliteschule zwei seiner aktuellen Schüler ins Meistergeschehen. Beide konnten sich im Vorfeld für die Gewichtsklasse bis 81 Kilo qualifizieren. Diese Klasse ruft in Kaiserslautern nur die besten Erinnerungen hervor. 

Hat doch der ehemalige HHGler Alexander Wieczerzak genau in dieser weltweit am besten besetzten Gewichtsklasse 2017 den Weltmeistertitel in Budapest erkämpft und ein Jahr später in Baku Bronze bei der WM nachgelegt. 

2019 ist er allerdings aufgrund einiger Verletzungen in der Weltrangliste abgefallen und muss derzeit um sein Olympiaticket bangen. Genau deshalb ist er derzeit auf Punktefang und kämpft nicht in Stuttgart sondern wird zur gleichen Zeit in Israel in Tel Aviv ein Qualifikationsturnier bestreiten. 

Dort befindet sich auch Jasmin Grabowski vom JC Zweibrücken. Vielen ist die ehemalige HHGlerin aus Böhl-Iggelheim eher unter ihrem Mädchennamen Jasmin Külbs bekannt. Für die Schwergewichtskämpferin sieht es im Tokio-Ranking derzeit ziemlich gut aus, heißt, wenn alles gut weiterläuft steht sie nach ihrem Olympiadebüt 2016 in Rio auch im Sommer in Tokio auf der olympischen Judomatte.

Wieczerzak und Grabowski, die beiden HHG-Trumpfasse, sind in Stuttgart somit nicht mit von der Partie. Dafür starten mit Tamara Ohl (bis 52kg), Roxana Conrads (bis 52 kg), Jana Lutz (bis 57kg), Kimberly Grodtmann (bis 57 kg), Tobias Teucke (bis 60kg) und Sebastian Hofäcker (bis 66kg) gleich sechs weitere ehemalige HHG-Judoathleten im Kampf um Meistertitel. 

Dem aber noch nicht genug, neben den aktuellen HHG Trainern Uli Scherbaum, Stephan Hahn und Aydin Kempirbaev wird mit Simon Schnell noch ein ehemaliger HHG Schüler am Mattenrand stehen. Schnell ist mittlerweile Athletiktrainer der Judo-Nationalmannschaft. Auch der Ex-HHGler Matthias Krieger wird vor Ort sein. Der sehbehinderte Judoka, der zuhause eine goldene WM-Medaille sowie eine olympische Bronzemedaille, beides erkämpft im Parabereich, coacht bei der DM in Stuttgart, die badischen Sportler. Und noch ein alt bekannter HHGler läuft in Stuttgart ein. Sergio Oliveira, der Ex-Cheftrainer in Kaiserlautern, mittlerweile Judo-Trainer am Olympiastützpunkt Berlin, wird seine Schäfchen betreuen, mit Sicherheit aber auch genau die Entwicklung der HHGler im Auge haben. thea

 

Judo: Neuer Judotrainer sorgt für frischen Wind

Aydin Bericht

Pressebericht der Rheinpflaz

Judo. Neuer HHG Judotrainer sorgt für frischen Wind.

Mit einem orthodoxen Kampfstil will Judotrainer Aydin Kempirbaev die Judotruppe am Heinrich-Heine-Sportgymnasium in Kaiserslautern aufmischen. Der ehemalige Bundesligakämpfer vertritt die schwangere Trainerin Simone Schuster zunächst für ein Jahr.

Seit kurzem weht im Dojo am Heinrich-Heine-Gymnasium HHG, an der Sporteliteschule in Kaiserslautern, ein frischer Wind. Aydin Kempirbaev, der neue Trainer, ist gekommen, um die Judokas durch mehr Beweglichkeit weiter zu fördern. 

Der in Kasachstan geborene und dort zum Sportlehrer ausgebildete 45 jährige kommt ursprünglich aus der Kampfsportart Sambo. „Das hat mein Bruder angefangen, ich bin mit ins Training und hatte viel Spaß“, blickt der Sportler, der seinen Trainerschein am Bundesleistungszentrum in Köln absolviert hat auf die Anfänge seiner sportlichen Karriere zurück und die kann sich wahrlich sehen lassen. 

Zwar war Kempirbaev, der seit vielen Jahren den deutschen Pass besitzt, in seiner alten Heimat parallel auch auf der Judomatte unterwegs, so richtig durchgestartet ist er aber zunächst mit Sambo. Diese Kampfsportart umfasst das traditionelle Judo genauso wie die Techniken des Jiu Jitsu und die Kunst des Ringens. „Andere Klamotten und ein paar unterschiedliche Regeln“, fasst Kempirbaev für sich die Unterschiede zusammen. 

Er selbst war Juniorenweltmeister im Sambo hat mehrere Vizeweltmeistertitel nachgelegt, bevor er 1996 mit seiner Frau nach Deutschland in die Eifel kam und anfing das Deutsche Judo aufzumischen. „Sambo Wettkämpfe gab es hier ja nicht so“, nennt er den Grund für den sportlich leichten Umstieg. Für ihn lag Judo nahe und scheinbar kann er einfach nur gewinnen. Einmal Spitze immer Spitze. Kurz vor der Jahrtausendwende mischte er bereits als Bundesligakämpfer erst für  Wiesbaden, dann für Speyer mit. Eine Judo-WM-Medaille hat sich zudem zu den Sambo-Medaillen gesellt. Allerdings erst in der Ü30. 2009 trat er bei der WM an und landete auf dem Bronzeplatz. „Anfangs hatte ich ja noch keinen deutschen Pass, durfte nicht auf Deutschen Meisterschaften und für Deutschland kämpfen“, erklärt er den relativ „späten“ WM Auftritt. 

Mit Frau und seinen beiden Kindern lebt er schon lange in Wittlich, war bislang hauptamtlicher Trainer beim Judoclub Vulkaneifel. Zwei seiner Schützlinge folgten dem „Ruf“ an die Sportschule nach Kaiserslautern und die Lunte war gelegt. „Wir haben Aydin schon länger immer wieder als Trainer auf Turnieren getroffen und waren von seiner Art begeistert“, schildert Uli Scherbaum, langjähriger Lehrertrainer am HHG, wie es zu der Verbindung von Kempirbaev und dem HHG kam. Die bisherige Judotrainerin Simone Schuster fällt für längere Zeit aus, sie erwartet Nachwuchs und da hat Uli Scherbaum nicht lange gebraucht, um den Mann aus der Vulkaneifel nach Kaiserslautern zu holen. Zumindest ein Stückweit. Kempirbaev wohnt derzeit im Internat und pendelt zur Familie nach Wittlich. 

„Er hat eine tolle freundliche, bestimmte und strukturierte Art das Training zu leiten“, freut sich Scherbaum über den schon nach wenigen Tagen sichtbaren neuen Motivationsschub in den Reihen der Judoschüler. 

Was aber meint der neue Trainer nun mit dem „orthodoxen Kampfstil“, den er im HHG-Dojo einbringen will? „Ganz viel Gymnastik, viele turnerischen Elemente und auch Techniken der Ringer“, zählt der Trainer auf, was er ins Judo einbringen will. Bislang klappe es super, alle seien begeistert und voll dabei. thea