Qualitätsarbeit am HHG - auch eine Frage der Verpflegung und der Mensa

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Die Verbesserung der Qualität unserer Arbeit in allen Bereichen ist uns am HHG ein beständiges Anliegen, das auch im Bereich der Verpflegung eine wichtige Motivation für unser Handeln ist. Wichtige Ziele in diesem Kontext sind, die Mittagsverpflegung dauerhaft zu optimieren sowie die Akzeptanz des Verpflegungsangebots und die Zufriedenheit der Schülerinnen und Schüler zu steigern. Vor diesem Hintergrund haben wir, die Mitglieder des Runden Tischs, im Rahmen des Qualifizierungsprozesses für die Mittagsverpflegung (Schulleitungsmitglieder, Wirtschaftsleitung, MensamitarbeiterInnen, LehrerInnen, SchülersprecherInnen, SEB-Vertreterin) uns im Jahr 2014 dazu entschlossen am Landesprogramm zur Zertifizierung der Mittagsverpflegung teilzunehmen. Hierbei müssen die teilnehmenden Schulen bestimmte Qualitätskriterien erfüllen und können mit maximal drei Sternen zertifiziert werden.

Der Prozess gliedert sich in die drei Qualitätsbereiche Verpflegung, Rahmenbedingungen und Verpflegungskonzept. Zunächst wurde im Rahmen der Anforderungen zum Erwerb des ersten Sterns das Hauptaugenmerk auf die Verpflegung gelegt. Erste Befragungen  unserer Kunden und die Ergebnisse von Probeessen waren neben dem Speiseplancheck durch die Vernetzungsstelle Schulverpflegung (16 von 18 Kriterien wurden erfüllt) Diskussionsgrundlage für das weitere Vorgehen. Neu eingeführt wurde daraufhin eine Salatbar mit täglich wechselndem reichhaltigem Angebot und zwei verschiedenen Dressings. Eine Verbesserung des Geschmacks v.a. der Soßen wurde vereinbart.

Im Mittelpunkt der Anforderungen zum Erwerb des 2. Sterns stand die sehr ausführliche Befragung der Kunden zu diversen Aspekten wie Qualität und Geschmack des Essens, Atmosphäre in der Mensa oder auch zur Organisation der Essensausgabe. Zusammenfassend zeigten sich gute bis befriedigende Durchschnittswerte bei einer Bewertung nach Schulnoten. Beschlossene und umgesetzte Maßnahmen waren das Erfragen von Wunschessen in den Internaten, das Angebot einer Koch-AG und die regelmäßige Durchführung  von Themenwochen in der Mensa. Eingerichtet wurde daneben eine weitere Selbstbedienungstheke mit wechselndem Angebot an z.B. Nudeln, Soße und Suppe. Die Arbeit an diesen Themen wurde mit Überreichung der Urkunde des 2. Sterns im Februar 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Nach Aushändigung der Anforderungen zum Erwerb des 3. Sterns machten wir uns an die Arbeit, um die nun im Mittelpunkt stehenden Themen Verpflegungskonzept und Ernährungsbildung zu verabschieden und im Schulalltag zu verankern. Details dazu entnehmen Sie bitte dem Extrapunkt „Verpflegungskonzept“ auf unserer Homepage.

Wir freuen uns sehr darüber, dass uns Frau Davin vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum bei einer gemeinsamen Sitzung am 29.06.2016 sehr positives Feedback geben konnte und uns die Urkunde zum dritten Stern sowie ein sehr schönes Bild als Anerkennung unserer Arbeit überreicht hat. Damit haben wir den bisherigen Prozess zu einem erfolgreichen Ende geführt, das uns Anerkennung und Ansporn für die Zukunft ist. Die offizielle Ehrung findet am 12.09.2016 statt.

 

Bericht zur Ehrung am 12.09.2016:

Küche mit Schule eng vernetzt

HHG-Mensa bekommt Drei-Sterne-Auszeichnung
Drei Stufen, drei Sterne: Seit Montagabend darf die Schulmensa des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) sich offiziell Sterneküche nennen. Dafür haben die Küchenkräfte, Lehrer, Schüler, und Erzieher einiges getan und einen komplexen Qualifizierungsprozess mit einem besonderen Spagat gemeistert.Zuerst war der runde Tisch von Lehrern, Schülern und Küchenpersonal. Das war vor zwei Jahren. Es folgte eine Schülerbefragung und die Erstellung eines langfristigen Verpflegungskonzeptes. „Das Essen wurde ausgewogener, es gibt mehr Gemüse, Fisch und einen Tag pro Woche komplett vegetarisch“, berichtete der Koch Christian Lagies bei der Sterne-Verleihung am Montagabend durch die Ernährungsberaterin Ruth Davin vom Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Westpfalz. Sie begleitete die Schule, neben fünf weiteren in der Westpfalz, bei der „In Form“-Initiative des Landes und half dabei, eine Balance zwischen den Qualitätsanforderungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung an die Mittagsverpflegung in Schulen und den Vorlieben der Schüler zu finden.Es sei nötig gewesen, Schülern und Mitarbeitern klarzumachen, „dass es nicht jeden Tag Fleisch geben muss, um sich gesund, ausgewogen und schmackhaft zu ernähren“, erklärte der Koch. Durch die Projekte sei der Kontakt zu den Schülern stärker geworden. „Das hat Spaß gemacht.“ Eine Teamleistung nannte auch Schulleiter Ulrich Becker die Auszeichnung für die Küche, in der täglich etwa 230 bis 280 der 750 HHG-Schüler speisen. „Im HHG war ein großer Spagat nötig, um das Projekt umzusetzen und dabei jedem Rechnung zu tragen“, erklärte die Wirtschaftsleitung Christina Momber-Ohlinger. „Wir haben hier schließlich ,normale‘ Schüler, Sportler und Hochbegabte. Das hat schon viel Engagement und Nerven gebraucht.“

Mit von der Partie waren am Montagabend auch Schülersprecherin Luisa Brunnett und Internatssprecherin Kristina Sieger. Sie lobten das Konzept und berichteten vom Feedback-Buch am Mensa-Ausgang. Sie hätten Ideen eingebracht bezüglich des Essens für die verschiedenen Sportarten und „natürlich auch zum Geschmack“. „Wir wurden immer nach unserer Meinung gefragt und haben schon vier Wochen im Voraus die Essenspläne bekommen. Dann konnten wir Kritik äußern, wodurch es weniger Wiederholungen gab“, erklärte Luisa Brunnett, die sich mit ihrer Kollegin als Verbindungsglied zwischen Schülern und Erwachsenen einbrachte. „Wir haben insgesamt einen Einblick bekommen, was alles hinter unserer Schulverpflegung steckt“, ergänzte Kristina Sieger.

Einblick in die Küche gab es auch für zehn Schüler, die sich in der Projektwoche mit der Schulverpflegung beschäftigt haben, theoretisch ebenso wie praktisch. Gulaschsuppe gab es am Ende zum Schulfest. „Das Image der Mensa verbesserte sich“, berichtete der verantwortliche Lehrer Reinhold Folz. Auch weiterhin sind Praktika in der Mensa möglich. Und es soll ein Kochbuch geben, an dem die beiden Internatserzieher Ottmar Krehiel und Isabel Schwarz dran sind.

Der runde Tisch wird weiter bestehen und an Verbesserungen wie der Auswahl unter zwei Salatsoßen oder einer Warmtheke zur Selbstbedienung dran bleiben – damit auch in zwei Jahren die erneute Evaluation klappen wird, sagt der Runde-Tisch-Vorsitzende Thorsten Wagner.

Sophi Lacher