Radsport: Schlusspunkt mit 21

Katharina Albers beendet ihre leistungssportliche Karriere

Mit 21 das Rad an den berühmten Nagel zu hängen, das ist sicher ungewöhnlich. Für Katharina Albers ist es die richtige, weil selbstbestimmte Entscheidung.

Nach vier Jahren in der Pfalz, wo sie 2021 das Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium machte, wird Albers nach Hamburg zurückkehren und dort Innenarchitektur studieren. „Ich gehe als Europameisterin der U23. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und ich hatte definitiv eine wunderschöne Zeit im Radsport und in der Pfalz“, sagte „Kiki“.

Alessa Katharina Gold copy copy

Ihr größter sportlicher Erfolg in diesem Sommer - der Gewinn der EM - Bronzemedaille im Teamsprint 

Nachwuchssportlerin des Jahres

Für Ihre Erfolge (u.a. der Gewinn der Bronzemedaille im Teamsprint bei der Juniorenweltmeisterschaften in Frankfurt/Oder) im Jahr 2019 wurde sie als Nachwuchssportlerin des Jahres bei der Sportlerwahl des Landessportbundes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet. 

Sie hat bereits als Juniorin mehrere schwere Verletzungen überwunden und ist immer wieder stärker zurückgekommen. Sie ist ein kämpferisches Vorbild sowie ein toller Teamplayer und wird diese Eigenschaften sicher in ihr Berufsleben mitnehmen. 

Katharina Albers

Radsport: Ein Gewitterloch ist, wenn es in der „Badewanne“ in Dudenhofen trocken bleibt und drumherum schüttet: 800 Zuschauer feiern den deutschen Dernymeister Moritz Augenstein, Sprintsieger Marc Jurczyk und den Abschied einer Lokalmatadorin.

Dudenhofen. Mario Vonhof, dessen Vater Peter der erste deutsche Dernymeister 1978 war, und der selbst drei Titel Ende der 90er Jahre gewann, sagte vor dem Rennen: „Für mich ist Nicolas Heinrich der große Favorit.“ Der 20 Jahre alte Zwickauer, vor zehn Tage Europameister in München in der Einerverfolgung geworden, wurde von Schrittmacher Gerd Gessler glänzend geführt. Das Duo dominierte das 40 Kilometer lange Rennen, doch dann griff Moritz Augenstein (Ellmendingen) hinter Christian Ertel an und alles flog 15 Kilometer vor dem Ziel auseinander. Auch Ertels Maschine, Ersatz musste her. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 60 km/h. Um 21.19 Uhr stand das Ergebnis fest: Augenstein/Ertel sind die neuen deutschen Dernymeister, Marios Vonhofs Sohn Vincent (29) belegte Platz drei, Heinrich wurde Vierter. Marc Jurczyk ist einer der wenigen Bahnradsportler, die quasi aus München von den Europameisterschaften nach Dudenhofen kamen. Dort belegte er die Plätze fünf, sechs und neun, nun ist er gekommen, um die letzte Möglichkeit zu nutzen, Punkte für die Weltmeisterschaften in Paris zu sammeln, speziell heute im Keirin, einem Gruppe-1-Rennen mit internationaler Besetzung. Der 26-jährige Thüringer gewann gestern Abend den Sprintwettbewerb in einer „sehr coolen Atmosphäre“ vor Ronaldo Laitonjam (20). „Punkte sind das eine, Rennen sind das andere, an der Taktik feilen auf einer 250-m-Bahn, das ist wichtig für das Renngefühl“, sagte Jurczyk. Laitonjam war mit Esow (21) vor zwei Tagen in der Pfalz angekommen, zwei Inder, die nach diesem Wochenende gleich auch wieder heimreisen. Es sind keine Unbekannten. Zusammen mit Singh Harshveer Sekhon, der jetzt gerade eine Sportreise nach Bangkok bevorzugte, waren sie vor drei Jahren in Frankfurt/Oder Junioren-Weltmeister im Teamsprint. Danach sind sie kaum noch gesehen worden. Warum? „Corona“, sagte Laitonjam lapidar. Esow übrigens hat keinen weiteren Namen als Esow. „Das ist bei uns so üblich“, sagte das Kraftpaket. Er kommt von der Inselgruppe Andamanen und Nikobaren, zu der insgesamt 204 Inseln im Indischen Ozean zählen. Die beiden waren eben auch gekommen, um sich Punkte zu verdienen, die sie für internationale Wettbewerbe brauchen. Die Keirin-Weltmeisterin von 2018, Nicky Degrendele, gewann das Keirinrennen der Frauen, das durch eine Einmaligkeit besondere Aufmerksamkeit bekam. Die 25-jährige Belgierin schlug die Spanierin Helena Casas und U23-Europameisterin Alessa-Catriona Pröpster vom RV Offenbach, die, wie sie vor dem Start sagte, gerade aus einer einwöchigen Pause kam und langsam ihre Form für die WM im Oktober in Paris aufbaut. Auch Katharina Albers redete vor dem Start, und sie hatte da schon ein paar Tränchen in den Augen, denn mit dem sechsten Platz in diesem Keirinfinale beendete sie ihre Karriere. Mit 21 das Rad an den berühmten Nagel zu hängen, das ist sicher ungewöhnlich. Für Katharina Albers ist es die richtige, weil selbstbestimmte Entscheidung. Nach vier Jahren in der Pfalz, wo sie 2021 das Abitur am Heinrich-Heine-Gymnasium machte, wird Albers nach Hamburg zurückkehren und dort Innenarchitektur studieren. „Ich gehe als Europameisterin der U23. Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist. Und ich hatte definitiv eine wunderschöne Zeit im Radsport und in der Pfalz“, sagte „Kiki“.