Radsport: Sieben HHG -Schüler*innen starten bei der EM

Letztes Warmfahren in der Badewanne:

 

Radsport: Die Radfahrer stehen in den Startlöchern für die EM in Anadia (Portugal). Für manchen Heinrich-Heine-Schüler soll sie das Sprungbrett Richtung WM sein. Beziehungsweise sollte es. Denn einer der Stars kann schon mal nicht starten, weil Corona ihn ausgebremst hat. Und hinter dem Einsatz von zwei weiteren Talenten steht ein Fragezeichen, nicht nur wegen Corona.

Kaiserslautern. Letztes Training auf der Radrennbahn in Dudenhofen, bevor es zur EM-Vorbereitung mit dem Bundestrainer nach Frankfurt an der Oder geht. Die Sonne knallt auf den Betonbelag, doch ein Grüppchen Radfahrer lässt sich davon nicht beeindrucken. Unbeirrt ziehen die Bahnradfahrer ihre Runden in der „Badewanne“. „15 Minuten warmfahren“, hat Landestrainer Frank Ziegler angeordnet. Er freut sich auf die EM der Junioren, die alle Disziplinen vereint. Straßenradfahrer, Mountainbiker und BMX-Fahrer starten dort genauso wie die Heinrich-Heine-Schüler aus Kaiserslautern, die ihr Talent auf der Bahn unter Beweis stellen wollen. Luca Spiegel und Tabea Osterheld starten im Sprint, Junioren-Weltmeisterin Jette Simon, die für den 1. FC Kaiserslautern fährt, will sowohl auf der Straße, als auch auf der Bahn ran. Und auch Hanna Kunz und Jule Märkl vom RSC Linden sind sowohl für Bahn, als auch für die Straßenwettkämpfe nominiert. Max Märkl und Fabian Wünstl (Rheinzabern) gehen auf der Straße ins Rennen. Und dann sind da noch die ehemaligen HHG-Schülerinnen Alessa-Catriona Pröpster und Katharina Albers. Albers wurde von Corona ausgebremst. „Kiki reist nach, sobald sie gesund ist“, versucht Ziegler optimistisch zu bleiben, gibt aber zu: „Corona ist für uns alle ein großes Schwert, das über uns hängt.“ Und das einen hoffnungsvollen Kandidaten böse erwischt hat. Timo Bichler (RV 08 Dudenhofen) wurde positiv getestet, hatte Symptome, hatte Schüttelfrost, bekam vom Arzt zehn Tage Sportverbot auferlegt und verpasst jetzt die EM, die für die Bahnradfahrer am 14. Juli startet. Was besonders bitter für ihn ist: Er kann jetzt auch nicht beim Weltcup in Cali starten, für den er sich qualifiziert hatte und darf deswegen höchstwahrscheinlich nicht zur WM in München fahren. „Im September hat er noch mal die Chance, sich für die WM zu qualifizieren, aber eigentlich dürfen da die fahren, die auch bei der EM fahren“, rechnet Ziegler vor, dass es eng werden könnte. Jette Simon hat ein ähnliches Problem, geht es aber optimistisch an. Sie hat wegen Grippe, kombiniert mit Pfeifferschem Drüsenfieber, das an Pfingsten erneut ausgebrochen ist, die DM in Büttgen verpasst. Jetzt hofft sie, bis zur EM wieder fit zu werden. Ob sie fit genug ist, will sie am Wochenende bei der deutschen Straßenmeisterschaft in Elxleben testen. Drei Wochen lang konnte sie nicht trainieren. „Es wäre hart, wenn ich die EM verpassen würde, aber die Gesundheit geht vor.“ Dass sie auf der Straße und auf der Bahn starten kann, reizt sie. Sich zu entscheiden, würde ihr eh schwerfallen. „Ich habe mit allen vier Disziplinen angefangen, auch Mountainbike und Cross, und musste mich für zwei entscheiden. So bin ich auf der Straße und der Bahn gelandet“, erzählt sie und grinst. Die Vielfalt gefällt ihr. „Man kann viel von den anderen Disziplinen lernen.“ Und dass in Portugal alles an einem Ort ist, hat noch einen anderen Vorteil: „Man spart sich viel Reisestress.“ 20 Medaillen, das Ziel, das Ziegler für die DM in Büttgen ausgegeben und auf den Punkt genau erreicht hat, wird es für die neun EM-Starter nicht geben. Aber Ziegler hofft, dass die Teamsprinter Luca Spiegel und Torben Osterheld die „Durchgangsstation zur WM in Tel Aviv vom 23. bis 27. August nutzen, Medaillen bei der EM und WM sammeln“. Er freut sich, dass das HHG-Team „in allen Disziplinen, Bahn, Straße, Sprint, Ausdauer dabei ist“, wünscht Alessa-Catriona Pröpster „ein Trikot“ und Jette Simon, dass sie fit genug für den Start ist.

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