Radsport: Pascal Ackermann in Belleville Etappensieger

Belleville en Beaujolais. Pascal Ackermann hat gestern seinen zweiten Sieg als Radprofi gefeiert. Der 24 Jahre alte Sprinter aus Minfeld gewann das zweite Teilstück des Critérium du Dauphiné in Belleville in einem tollen Sprint vor dem Norweger Edvald Boasson Hagen und dem Südafrikaner Daryl Impey, der die Führung in der Gesamtwertung übernahm. Zwischen Siegerehrung und Abendessen stand die Telefonleitung in die Pfalz. Der überaus glückliche Blondschopf sprudelte vor Freude: „Ich hatte auf den letzten 1000 Metern echt keine Zeit zum Nachdenken. Da gab’s einfach nur Vollgas.“ Der Dank ans Team ist nicht selbstverständlich, er kam von Herzen: „Es hat den gesamten Tag großartig gearbeitet, dafür möchte ich ein großes Danke sagen.“ Das Team Bora-Hansgrohe hatte also auf dem 180 Kilometer langen Weg über fünf Berge ins 8000-Einwohner-Städtchen Belleville im Zentrum des berühmten Weinbaugebietes Beaujolais ganze Arbeit geleistet.Pascal Ackermann nutzte die längere Rennpause seit dem 1. Mai-Rennen in Frankfurt für intensives Training. Und zwar zuhause in der Pfalz. „Die Zeit daheim ist richtig gut für den Kopf. Ich glaube, ich habe da alles richtig gemacht“, sagte er lachend. Seine Lieblingsstrecken waren hoch zur Kalmit, zum Forsthaus Lolosruhe und Drei Buchen. „An einem Tag bin ich die Kalmit sieben Mal hochgefahren, als direkte Vorbereitung auf dieses Rennen“, erzählte Pascal, der oft von seinem Vater Thomas begleitet wurde – im sogenannten Motortraining. Der Herr Papa fuhr mit Sprit, der Sohnemann mit Kraft in den Beinen. Das 70. Critérium du Dauphiné endet am Sonntag in Saint Gervais am Montblanc. Es ist also eine Jubiläumsrundfahrt, und eine, die schon immer einen hohen Stellenwert in der Vorbereitung auf die Tour de France hat. Ein einziger Deutscher hat die einwöchige Rundfahrt bisher gewonnen, die damals noch Dauphiné Libéré hieß: ein Pfälzer! Udo Bölts (51) aus Heltersberg erinnerte sich gestern an 1997: „Ich bin damals ein riesen Zeitfahren gefahren, hatte mit Kai Hundertmarck um Geld gewettet, dass ich vor ihm werde. Es war der Grundstock zum Sieg.“ Über Pascal Ackermann ist Bölts voll des Lobes: „Er ist ein anderer Typ als ich. Ein Sprinter, aber ein richtig schneller. Für mich ist er bereit, schon in diesem Jahr eine große Rundfahrt wie etwa die Vuelta zu fahren. Bei solchen Aufgaben wächst man.“

Bericht aus der Rheinpfalz, Ausgabe  vom 06.06.2018
Mit freundlicher Genehmigung der Redaktion und von Klaus Kullmann

 

Elias Edbauer 11s (RV 08 Dudenhofen) gewann in der neuen Bahnrekordzeit von 1:05,75 das 1000m Zeitfahren und zählt somit zu den sicheren Medaillenkandidaten bei den  Deutschen Bahn-Meisterschaften. Sein Vereins-und Klassenkamerad Marius Hannack belegte den Silberrang.