Ethik lebt! (2)

Wie entstehen eigentlich Vorurteile und Stereotype? Wie genau hängen diese mit Diskriminierung zusammen? Gibt es eigentlich auch gute Seiten an Stereotypen? Und was genau können wir als Schulgemeinschaft gegen Vorurteile und negative Stereotype tun? All diese Fragen wurden am Freitagnachmittag (2. Juli) im Rahmen einer digitalen Konferenz mit dem Schulpsychologen Lukas Loreth diskutiert. Herr Loreth hat seinen Master in Schulpsychologie an der Universität Tübingen geschrieben und promoviert zurzeit an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel zum Thema „Stigmatisierung und ihren Auswirkungen“.

Anlass für die Konferenz gab eine Unterrichtseinheit zum Thema „Freiheit des menschlichen Willens und moralische Verantwortung“, innerhalb der auch der Einfluss unserer Erziehung, Kultur sowie Norm- und Wertvorstellungen mit den Schülerinnen und Schülern diskutiert wurde. Dabei kam es sowohl im Ethikgrundkurs (MSS 12) als auch im Philosophie-Additum zu Fragen, die eine tiefere Auseinandersetzung erforderten.

Glücklicherweise ließ sich Herr Loreth schnell für das Projekt „Ethik lebt!“ gewinnen und war bereit, auf die noch unbeantworteten Fragen im Rahmen eines knappen Vortrages einzugehen. Nach einigen Wochen der Vorbereitung, in denen das Thema auf Basis von Materialien, die Herr Loreth zur Verfügung stellte, im Unterricht weiter vertieft wurde, konnten letzten Freitag nun alle offenen Fragen gestellt und größtenteils beantwortet werden. Insgesamt diskutierten die Schülerinnen und Schüler mehr als 90 Minuten mit dem Psychologen und bekamen so auch einen kleinen Einblick in die universitäre Arbeit. Zugleich bemerkten einige von ihnen jedoch, dass selbst die Psychologie noch nicht in der Lage ist, all ihre Fragen zu beantworten, da schlicht nicht für alle Bereiche, in denen es um Vorurteile und Stereotype geht, auswertbare Daten vorliegen.

Nach der Konferenz zeigte sich Herr Loreth äußerst positiv angetan von den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Er habe die Zusammenarbeit und die Veranstaltung sehr genossen und könne sich auch in Zukunft weitere Konferenzen dieser Art gut vorstellen. Von Seiten der Schülerinnen und Schüler gab es ebenfalls sehr positive Rückmeldungen. Vor allem der direkte und offene Austausch mit Herrn Loreth wurde als sehr informativ bewertet. Damit zeigt auch der zweite Teil dieser kleinen Vortragsreihe, wie motivierend und produktiv die Verbindung von Schule und (Geistes-)Wissenschaft sein kann. (Ri)