Radsport: Vertrauensvorschuss in Silber zurückgezahlt - Vizeweltmeister Marius Mayrhofer vom Team Wipotec ist Pfalzsportler der Woche

Innsbruck/Linden. Genau zwei Jahre nach dem Vize-WM-Titel für Niklas Märkl kann der Radsportclub (RSC) Linden erneut einen Silbermedaillengewinner in seinen Reihen begrüßen. Marius Mayrhofer holte bei der WM in Innsbruck nicht nur die einzige Medaille für den Bund Deutscher Radfahrer (BDR), sondern folgt seinem Freund Niklas Märkl nun auch zum Development Team Sunweb. So richtig konnte Mayrhofer die Weltmeisterschaft in Tirol gar nicht genießen. Schon am Tag nach seinem Rennen ging es wieder nach Hause. „So sehe ich mir halt die übrigen Rennen im TV an“, sagte er augenzwinkernd: „Das war aber auch so geplant“.Ab Montag weilte der 18-Jährige beim Teamtreffen von Sunweb in Holland, wo er seine künftigen Kollegen kennenlernte und die ersten Trainingskilometer bestritt. Zum Ende der Saison 2018 wechselt er dann altersbedingt zur U23 und soll in der Nachwuchsabteilung des deutschen UCI-Teams weiter reifen. „Die frühe Zusage hat mir geholfen, mich ohne Druck auf die WM zu konzentrieren“, erzählt Mayrhofer. Dort trifft er wieder auf Niklas Märkl (Queidersbach) und Martin Salmon (Dudenhofen), die ebenfalls das Trikot von Sunweb tragen. Gestern wollte er zum rheinland-pfälzischen Bundesliga-Team Wipotec zurückkehren: Das morgige Finale am Bilster Berg ist nicht nur sein letzter Renneinsatz bei den Junioren, sondern auch in der Mannschaft von Teamchef Andy Märkl. „Ganz nette Jungs, ein toller Trainer, das passt einfach menschlich und macht Spaß“, schwärmt Mayrhofer. „Es war richtig, mit 16 dorthin zu gehen, ich habe viel gelernt, auch von Niklas einiges abgeschaut“, verrät Mayrhofer. Los ging’s für ihn aber auf dem Mountainbike, ehe er auf das Straßenrad wechselte. „Ich hab das einmal probiert und bin immer erfolgreicher geworden, das hat mich motiviert“, sagt er. Vorläufiger Höhepunkt: der DM-Titel 2017 in Linden. Noch ist die Zeit im Team Wipotec nicht vorbei. Mit ihm will das Team seine letzte Chance nutzen, noch den Bundesliga-Mannschaftssieg zu sichern. „Marius ist ein Kämpfer, er weiß, was er will“, sagt Andy Märkl. „Ich habe in diesem Jahr noch kein nationales Rennen gewonnen. Da möchte ich ganz vorne dabei sein“, betont Mayrhofer. Am ersehnten Sieg gehindert haben ihn die vielen Einsätze mit der Nationalmannschaft, aber auch sein Sturz im Mai bei einer Rundfahrt, als er sich einen Schlüsselbeinbruch zuzog. Es folgten fünf Wochen Wettkampfpause. So konnte der Dußlinger aus der Nähe von Tübingen seinen Titel bei den deutschen Meisterschaften nicht verteidigen. Die Hoffnung auf einen WM-Start gab er aber nicht auf. „Ich hatte ja bis zu meinem Sturz schon einige internationale Siege feiern können. Der Bundestrainer hat mir auch stets das Vertrauen gegeben“, erzählt Mayrhofer. Der Klassiker-Spezialist, der gut über die Berge kommt, aber auch im Sprint zu den Schnellsten zählt, besucht derzeit das Wirtschaftsgymnasium in Tübingen und wird die Schule im Mai kommenden Jahres mit dem Abitur verlassen. Wird er sich danach ganz auf den Sport konzentrieren? „Nein, ich möchte schon neben dem Radsport noch studieren“. Der junge Mann weiß, dass seine Zeit auf dem Rad begrenzt sein wird. Seine Devise: Schritt für Schritt nach vorne. „Ich will einfach ein besserer Rennfahrer werden, was dann kommen wird, da warten wir einfach mal ab.“

Mayerhofer Vizeweltmeister