Aktuelles

Ein Sport - Eliteschule in besonderen Zeiten

ELiteschule Stollhof

Eine Sport-Eliteschule in besonderen Zeiten

Hintergrund: Auch wenn am Heinrich-Heine-Gymnasium in Teilen der Unterricht wieder läuft, so ist die Eliteschule des Sports in Kaiserslautern doch noch weit von der Normalität entfernt. Die Einschränkungen stellen die jungen Sportler und ihre Trainer vor Herausforderungen. In einer solchen Zeit ist vor allen Dingen eines gefragt: Fingerspitzengefühl.

Kaiserslautern. Stille. Niemand, der erzählt, keine Geräusche, kein Sportler, der an den Geräten arbeitet. Es ist ein ungewohntes Bild im Athletikraum des Heinrich-Heine-Gymnasiums (HHG) in Kaiserslautern. In Zeiten der Coronavirus-Pandemie ist auch an einer Eliteschule des Sports vieles anders. Dass wieder Schüler da sind, dass im Internat wieder Leben eingekehrt ist, ist ein erster Schritt Richtung Normalität. Wobei – von Normalität möchte in Kaiserslautern niemand sprechen. Und eine Prognose abgeben, wann hier der Betrieb wieder so läuft, wie es vor Corona der Fall war, kann ohnehin niemand. „Wir hoffen auf eine schrittweise Lockerung für den Sportbetrieb. Wir haben aber natürlich auch Verständnis, dass der Sport in so einer Zeit nicht an erster Stelle steht“, sagt Jan Christmann, der Leiter des Sportzweiges. Erste positive Erlebnisse gab es dieser Tage: Frank Ziegler konnte mit Bundeskader-Athleten wieder auf die Bahn nach Dudenhofen. Ein gutes Gefühl für Olympia-Kandidat Timo Bichler vom RV 08 Dudenhofen und Alessa-Catriona Pröpster, die für den RSC Ludwigshafen startet, sowie Henric Hackmann (RV Rodenbach). „Die Sportler haben die sechs Wochen gut überbrückt“, sagt Ziegler. Ergometer, Kraftraum, Kilometer auf der Straße hieß das Ersatzprogramm. „Was aber fehlt, ist die soziale Komponente, die sehr wichtig ist“, weiß der Trainer. Über Videokonferenzen wurde versucht, so gut es geht Kontakt zu halten. Für den Trainer ebenfalls wichtig: sportliche Ziele. Das sei ohne Wettkämpfe schwierig. Keine deutsche Meisterschaft in Köln, keine Junioren-WM in Kairo. Bislang verschoben. Die Hoffnung auf Titelkämpfe hat Ziegler noch nicht aufgegeben. „Ich würde es begrüßen, wenn Landeskaderathleten auch wieder trainieren könnten. Wir haben sehr talentierte junge Leute, die derzeit nicht wie die Bundeskaderathleten trainieren dürfen.“ Das sei aber in einer Phase der Entwicklung wichtig. So sieht es auch Josef Schüller, der nicht nur die Straßenradfahrer trainiert, sondern Internatsleiter ist. „Auf der Straße ist alles abgesagt worden. Uns ist die Perspektive total weggebrochen.“ Als Beispiel nennt der Bundestrainer Lea Waldhoff von der RIG Vorderpfalz, deutsche Meisterin der Juniorinnen im Omnium. Für sie stellt sich auch die Frage, wie es nun weitergeht. Eigentlich bräuchte sie Ergebnisse, um in einen Rennstall zu kommen. „Bei den Frauen ist das noch einmal schwieriger“, sagt Schüller. Gerade der Übergang vom Junioren- in den Aktivenbereich ist auch ohne Corona schon eine Herausforderung. Einige nehmen über die Onlineplattform „Zwift“ an einer virtuellen Rad-Bundesliga teil. Rolle statt Asphalt. Im Nachwuchsbereich war dieses Jahr die deutsche Meisterschaft in Bolanden am Donnersberg ein großes Ziel – fast ein Heimspiel für das HHG. „Für uns wäre das vom Profil her eine gute Strecke gewesen“, sagt Schüller. Bei den Badmintonspielern ist die Situation noch schlimmer. Während Radfahrer zumindest unterwegs sein können, dürfen diese nicht in die Halle. „Wir gestalten jedes Training anders, so dass neue Reize da sind“, berichtet Trainer Christian Stern. Seine Befürchtung: Dass bei so manchem Sportler während der Corona-Pause die Motivation verloren geht. „Ich hoffe, dass wir bald wieder in der Halle trainieren können. Gerade in unserer Sportart können wir alle Richtlinien einhalten“, sagt der Projekttrainer des Badmintonverbandes Rheinhessen-Pfalz. Videotraining gehört mittlerweile zum Programm. Markus Berndt hatte gehofft, dass für seine Fußballer eine Ausnahmegenehmigung ähnlich der Profis möglich ist – Training in Kleingruppen, Einhaltung der Abstandsregeln. „Auf dem Gelände der TSG Kaiserslautern mit mehreren Plätzen wäre das gegangen.“ Aber eine Sonderregelung gibt es für die Sport-Eliteschule nicht. „Das tut mir weh für die Jungs.“ Berndt hat zudem im Unterricht schon digitale Wege eingeschlagen. In seiner Sporttheorie-Gruppe ist eine Schülerin aus Bulgarien, die derzeit nicht nach Deutschland darf, so aber doch irgendwie dabei sein kann. „Wir wollen für unsere Sportler und auch die anderen Schüler das Beste erreichen“, betont Schulleiter Ulrich Becker. Im Verhältnis gut gehe es derzeit den Tennisspielern, die – wenn auch mit Vorgaben – auf dem Platz trainieren können, sagt Jan Christmann. Besonders schwierig sei es dagegen im Judo. „Wir brauchen in dieser Zeit ganz viel Fingerspitzengefühl. Wir bauen keinen Druck auf, sondern versuchen zu motivieren“, betont Schüller. 160 Schüler werden am Gymnasium derzeit wieder unterrichtet, wie Becker berichtet. Im Internat, das während der Corona-Pause geschlossen war, sind knapp 40 Zimmer wieder belegt. „Alle mit Einzelbetten“, sagt Schüller. 155 Internatsschüler sind es sonst. Hier wurde ein spezielles Hygienekonzept erarbeitet. „Wir haben unglaublich gerödelt, dass wir an der Schule den Betrieb wieder aufnehmen konnten“, erzählt der Internatsleiter. Das bestätigt der Schulleiter: „Es läuft richtig gut.“ Dass der Bund am Mittwoch angekündigt hat, den Startschuss zur Wiederaufnahme des Sport- und Trainingsbetriebs im Breiten- und Freizeitsport in Deutschland geben zu wollen, ist ein weiterer Schritt zur Normalität. In der Hoffnung, dass es diese an der Eliteschule des Sports wieder geben wird.

 

Auftakt in Dudenhofen

Radsport: Trainingsauftakt am HHG

Seit Sonntag sind die Sportler der 10 und 12 Jahrgangsstufe zurück im Internat und besuchen seit Montag wieder die Schule.. Sehr schnell haben sich alle an die  Regeln zum Infektionsschutz gewöhnt. 

Aufgrund der aktuellen geltenden Richtlinien der Landesregierung dürfen aktuell nur die Kadersportler (NK1, PK, OK) in Kleingruppen unter der Leitung der Trainer trainieren und die Sportstätten nutzen. Auch hier gelten strenge Abstands und Hygienerichtlinien. 

Die anderen Sportlerinnen und Sportler trainieren selbstständig oder online nach den Vorgaben der Trainer. 

Wir hoffen, dass schnellstmöglich auch für die anderen Sportlerinnen und Sportler der Trainingsbetrieb schrittweise unter der Leitung der Training wieder aufgenommen werden kann. 

Trainingsauftakt Bahn Team

Trainingsauftakt für die Sprinter von Frank Ziegler in Dudenhofen: Timo Bichler, Henric Hackmann 11s und Alessa-Catriona Pröpster 

Trainingsauftakt Märkl

Moritz Kärsten 10s1  und Enzo Decker beim Training auf der Bahn in Schopp unter der Leitung von Andreas Märkl und Jochen Dornbusch 

Trainingsauftakt Lea Waldhoff

Lea Waldhoff (12s) aus der Trainingsgruppe von Josef Schüller 

Badminton: Videotraining in Corona Zeiten

Christian Stern Videotraining

Badminton: Christian Stern, Projekttrainer des Verbandes, hält seine Schüler per Liveübertragung aus dem Heinrich-Heine-Gymnasium fit

Wie wichtig die digitale Kommunikation ist, zeigt sich in diesen vom Coronavirus heimgesuchten Zeiten. Auch der Sport nutzt in diesen wettkampf- und trainingslosen Tagen verstärkt die informationstechnischen Möglichkeiten. So auch Christian Stern. Der Badmintontrainer am Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) hält seine Schützlinge durch regelmäßige Videoübertragungen in Form und auch bei Laune.Im Foyer der Badmintonhalle des HHG hat Christian Stern an diesem Freitag seine Utensilien, eine blaue Matte, verschiedene Hanteln, ein Stretchband und einen Stuhl, vor der auf einem Stativ befestigten Kamera aufgestellt. „Krafttraining steht heute an“, sagt der 33-Jährige und berichtet lachend, dass er in den seit sechs Wochen über die Bühne gehenden „online sessions“ einige Pfunde verloren habe. Das überrascht nicht, denn er führt die kraftraubenden Übungen nicht nur selbst engagiert vor, er kommentiert sie dabei auch noch mit lockeren Sprüchen, sucht das Gespräch mit seinen live zugeschalteten Schülern, die zu Hause im Wohnzimmer oder im Garten zusammen mit ihm trainieren. Keine Frage, Stern besitzt Entertainment-Qualitäten und einen guten Draht zu seiner Trainingsgruppe, in der die jüngsten Teilnehmer zehn und die ältesten 20 Jahre alt sind. Er versteht es, zu begeistern, in der Trainingshalle oder jetzt, in den Zeiten von Corona, in dieser Videoübertragung. Neben diesen menschlichen, einen guten und erfolgreichen Trainer ausmachenden Eigenschaften ist er auch noch mit allen Wassern der Digitaltechnik, der Sportwissenschaften und statistischen Methoden gewaschen. „Wir sind in der Digitalwelt“, nennt er eine ihn als Trainer leitende Maxime. Dass er bei aller Lockerheit in der Präsentation jede dieser Übungen exakt und minutiös ausgearbeitet hat, zeigt sich schnell im Gespräch mit dem gebürtigen Österreicher, der einen interessanten Lebenslauf vorweisen kann. Das heute so hochgeschätzte Interdisziplinäre, also die Fähigkeit, über den Tellerrand einer Wissenschaft oder eines Fachgebietes zu blicken, verkörpert er. So studierte er in Graz Geowissenschaften und war in Sachen Sport zunächst als Allrounder unterwegs. Gab es doch fast keine Sportart, die er nicht mit Begeisterung betrieben hätte. Dann entdeckte er aber das Badmintonspiel für sich. Früh startete er seine Trainerlaufbahn. So wurde er U15-Nationaltrainer in Österreich, wechselte als hauptamtlicher Trainer zum Badmintonverband Hamburg und danach als Projekttrainer zum Badmintonverband Rheinhessen-Pfalz und ist damit auch seit drei Jahren im Badmintonbereich des HHG aktiv. Es versteht sich von selbst, dass er über seine Badmintonspieler bestens im Bilde ist. Alle körperlichen Daten hat er statistisch erfasst und parat. So weiß er zum Beispiel genau, wie sich der Beinmuskelumfang eines seiner Spieler über eine gewisse Zeitdauer entwickelt hat und ist über den Fitnesszustand jedes Einzelnen informiert. „Christian Stern hat viele Ideen, ist digital fit, hat aber auch unheimliche Stärken im persönlichen Bereich“, lobt Jan Christmann, der Leiter des Sportzweiges des HHG, den innovativen Badmintontrainer. Bei all den vielen, von ihm gesammelten empirischen Daten verliert Stern den Sportler als Menschen nicht aus dem Blick. Nicht der sportliche Erfolg steht für ihn an erster Stelle, vielmehr möchte er seinen Schülern helfen, dass sie ihre Stärken erkennen und sich als Menschen weiterentwickeln. Damit steht er im Einklang mit den Grundsätzen der für ihren Badmintonzweig berühmten Kaiserslauterer Sporteliteschule, die ihre Schüler nicht nur zu Sportassen formen, sondern ihnen auch eine gute schulische Ausbildung angedeihen lassen möchte. Sich auf neue Situation einstellen, „die Rolle des Trainers neu interpretieren“, so entschlossen geht Christian Stern die für den Sport so schwierige Corona-Krise an. Er will nicht „vor einer geschlossenen Tür stehen bleiben und sie nur anstarren, sondern ein Fenster öffnen“. Mit seinem Videotraining ist ihm diese „Fensteröffnung“ gelungen, mit der er seine Schüler fit halten und auf die normalen Zeiten nach Corona „gut vorbereiten“ will.

Infos für die Schülerinnen und Schüler der Internate sowie deren Eltern

Anreise: Sonntag, 3.5.2020 von 15:00 Uhr – 20:00 Uhr oder Montag, 4.5.2020 bis spätestens 8:00 Uhr!

  • Die Hygienemaßnahmen und Hinweise, die in den Internatshäusern aushängen, sind verbindlich; diesen ist unbedingt Folge zu leisten.
  • Auf einen Sicherheitsabstand von mindestens 1,5 Metern ist im Innen- und Außenbereich der Internate unbedingt zu achten (auch bei der Anreise).
  • Auf den Zimmern und im Internat sind zu keinem Zeitpunkt Besuche gestattet.
  • Bei der Anreise sollten jeweils nur die Internatsbewohner des jeweiligen Hauses (ohne Eltern) das Internat betreten, um die Zahl der Kontaktpersonen auf ein absolutes Minimum zu reduzieren.
  • Die Maskenpflicht ist einzuhalten. Ausnahme: in den Internatszimmern.
  • Die Küchen, Gruppenräume, Freizeiträume, Computerräume, die Waschküche sowie die Erzieherbüros bleiben für die Schülerinnen und Schüler geschlossen.
  • Aufgrund der Corona–Pandemie können keinerlei Gruppenaktivitäten (wie z.B. der Internatssport stattfinden).
  • Betreuungsangebote und pädagogische Angebote können nicht stattfinden.
  • Ein längerer Aufenthalt ist den Schülerinnen und Schülern nur in ihren Zimmern gestattet. Aufenthalte auf den Fluren / vor den Büros sollten auf ein Minimum reduziert werden.
  • Ein Austausch zwischen den Erzieherinnen / Erziehern und den Eltern sollte bestenfalls telefonisch stattfinden.
  • Das Internat IV bleibt geschlossen. Schüler dieses Internates werden im Internat III oder im Internat I untergebracht.
  • Alle Schüler und Schülerinnen werden in ihrer jeweiligen Präsenzwoche in einem Einzelzimmer untergebracht, weshalb auch Schüler eines Hauses unter Umständen innerhalb ihres Internates umziehen müssen – aufgrund dieses wöchentlichen Wechsels sind alle Schülerinnen und Schüler dazu angehalten, nur das Nötigste zur Anreise mitzubringen.
  • Bei der Abreise sind alle offenen Flächen in den Zimmern geräumt zu hinterlassen. Kleidung, Bettwäsche, Hygieneartikel sollten aus hygienischen Gründen wieder mit nach Hause genommen werden. Das Zimmer ist jeweils so zu hinterlassen, dass im Anschluss eine Grundreinigung stattfinden kann.
  • Sollten sich Schülerinnen oder Schüler nicht an die Hygiene– und Sicherheitsmaßnahmen halten, behalten wir uns vor, diese nach einer vorherigen Ermahnung nach Hause zu schicken, um die Sicherheit für die restlichen Schülerinnen und Schüler als auch das Personal weiterhin zu gewährleisten.

Die Maßnahmen dienen dem Schutz eines jeden Einzelnen,
dem des Personals der Internate, den Schülerinnen und Schülern als auch
deren Familien.

 

Erklärvideo zur persönlichen Hygiene des Pädagogischen Landesinstituts

Marten Maager (8h) erfolgreich bei der Internationalen Junior Science Olympiade 2020

Mit viel Einsatz zum tollen Zwischenerfolg bei der IJSO!

Ob allein, in Zweier- oder Dreierteams – mehr als 5.500 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 9 und 15 Jahren nahmen an der ersten Runde der diesjährigen IJSO teil. Dabei untersuchten die Jugendlichen vielfältige Fragestellungen rund um das Thema „Alles Tinte?“. Sie stellten selbst Tinte aus Tee und Eisenpulver her oder untersuchten mit Hilfe von Tinte, wie Pflanzen Wasser aufnehmen. Dabei waren gute Kenntnisse in Biologie, Chemie und Physik sowie eine gehörige Portion Forschergeist gefragt. Martens Ausarbeitung zum Thema Tinte war mit viel Eigeninitiative gründlichst untersucht und sehr ordentlich dokumentiert, wie es sich für einen waschechten Jungforscher gehört!

Deshalb konnte er auch mit einem sehr guten Ergebnis in die zweite Runde vorrücken! Deutschlandweit qualifizierten sich dafür mit ihm etwa 1000 Schülerinnen und Schüler.

Aufgrund der „Corona-Schließung“ der Schulen, konnte Marten die zweite Runde nicht regulär während der Schulzeit schreiben, sondern meisterte unter Aufsicht von Frau Schuhmacher und unter Wahrung aller Hygienevorschriften die Quizrunde, während die MSS 13 ihre mündlichen Abiturprüfungen absolvierte und seine Klasssenkameraden ihren unterrichtsfreien Tag genossen. Der Einsatz hat sich gelohnt: Marten war auch hier erfolgreich und zieht nun mit 310 weiteren Schülerinnen und Schülern in die dritte Runde, die als Klausur stattfindet und bis zum 12. Juni geschrieben werden muss. Herzlichen Glückwunsch!

Für die nächste Etappe drücken wir Marten ganz fest die Daumen und wünschen viel Erfolg!